Bislang gibt es keine Auflösung des letzten Fotorätsels. Mich hat keine Nachricht erreicht. Der vierte Dezember ist also nach wie vor offen. Deshalb wird der Ort noch nicht verraten. Aber das obige Foto mag als weiterer Hinweis dienen. Es ist an gleicher Stelle entstanden. Ich habe leider keine Ahnung, wieso die Kommentarfunktion bei einigen Leser:innen Probleme macht. Beim Überprüfen der Einstellungen habe ich allerdings bemerkt, dass ich einige Reaktionen noch nicht freigegeben hatte. Peinlich. Ich bitte um Verzeihung. Ich bin Blogger-Anfänger, sagte ich das schon?

Als Vorbereitung auf Thanksgiving waren mir zwei unterschiedliche Strategien empfohlen worden. Ich solle am besten einige Tage zuvor auf Essen verzichten, rieten mir einige. Andere meinten, es sei wichtig, den Magen rechtzeitig zu trainieren und auf die Herausforderungen vorzubereiten. Der letztere Rat wurde mir gegeben, als ich am Dienstag vor Thanksgiving mit zwei Kolleg/innen in einer berühmten Pizzeria in New Haven saß. Ich hatte gedacht, New Haven sei berühmt für die Yale University, deren prächtige Gebäude das Straßenbild der kleinen Stadt in Connecticut schmücken. New Haven ist Universitätsstadt, was man in diesem Sinne weder von New York noch Toronto sagen kann. Leider gibt es dort kein music education program. Dafür hat die Universität ein beeindruckendes eigenes Kunstmuseum, in dem sich so ziemlich alle versammeln, die Rang und Namen haben, von Degas über Dürer, Kandinsky, Manet, Monet, Picasso und Rubens bis Warhol. Meine Gastgeber machten mich auf einige bedeutende amerikanische Künstler/innen aufmerksam: Edward Hopper kannte ich, Georgia O´Keeffe nicht. The Declaration of Independance, July 4, 1776 des Zeitgenossen John Trumbull kam mir sehr bekannt vor. Viele Bilder waren Portraits von Mitgliedern reicher Familien aus New England, deren Nachfahren vermutlich zur Finanzierung von Museum (und Universität) beigetragen haben. New Haven rühmt sich aber vor allem seiner Pizza. Von hieraus habe die napoletanische Teigware die Neue Welt erobert, behaupten die Einheimischen. Ich habe aber auch skeptische Stimmen gehört von Menschen, die zweifelnd den Kopf schüttelten und darauf hinwiesen, dass viele Städte in den USA von sich behaupten würde, hier gäbe es die älteste und beste Pizza. New York Slices, Chicago deep-dish Pizza, thin cracker aus St. Louis – vielleicht ist das ein Plan für eine Rundreise? Ich wurde zu Frank Pepe in New Haven geführt, wo wir 45 Minuten in line warten mussten, bevor uns ein Tisch zugewiesen wurde. Um mich zuhause weiter auf Thanksgiving vorzubereiten, bekam ich einen großen Karton mit den Resten mit auf die Rückreise nach New York.

An Thanksgiving wurde ich von der zahlreichen Verwandtschaft sehr herzlich aufgenommen. Statt side dishes, die ich mich nicht getraut hatte mitzubringen, überreichte ich den Gastgebern einen Riesling aus der Pfalz, der irgendwie seinen Weg aus Deidesheim in eine Winery in Harlem gefunden hatte, und einen Trockenblumenstrauß. Es ging um 14 Uhr los, aber die Vorbereitungen waren noch in vollem Gange. Bevor das Essen serviert wurden, gab es reichlich Prosecco, Bier und Wein. Dazu Football auf mehreren Bildschirmen, die in der Wohnung verteilt standen. Einer der Söhne meines Cousins verfolgte gleichzeitig die Wett-App auf seinem Mobiltelefon und versuchte mir die Spielregeln zu erklären. Ich schaute fasziniert auf den Fernseher und gab mir alle Mühe, zu verstehen, was dort geschah, aber mein second nephew gab seine Bemühungen irgendwann auf. Bevor ich ganz betrunken war, wurden die beiden Truthähne angerichtet, von denen einer sieben Stunden im Smoker verbracht hatte, während der andere nach längeren Diskussionen über die angemessene Temperatur in der Garageneinfahrt 45 Minuten in Erdnußöl frittiert worden war. Auch die Beilagen waren großartig. Es gab Bohnen und Kartoffelstampf. Nur der Süßkartoffelauflauf mit Marshmallows überbacken wäre meinetwegen nicht nötig gewesen. Wie ich es anschließend noch geschafft habe, je ein Stück Pumpkim Pie und Apple Pie zu essen, erinnere ich nicht mehr. Jedenfalls musste ich den Truthahn, der mir am Abend nach Rückkehr in mein Apartment noch von meinem Nachbarn angeboten wurde, ablehnen.

Das war schon das Foto zum heutigen Adventsrätsel, in dem es um die Frage geht, wo ich gestern Abend war. Um es etwas einfacher zu machen, gibt es diesmal noch ein zweites Bild:

Ich freue mich auf Lösungsvorschläge.

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