
Ich bitte um Nachsicht für den späten Blogpost. Hier in New York ist zwar noch der 8. Dezember, aber in Deutschland nicht mehr, ich weiß, selbst für Schottland komme ich zu spät. Es tut mir leid. Ich kann es noch nicht einmal auf wichtige Arbeitsverpflichtungen schieben. Die habe ich auch vernachlässigt. Für das dringende Gutachten war nur wenig Zeit heute Vormittag. Ich hatte Kopfschmerzen nach dem Aufstehen. Zählt das als Entschuldigung? Der eigentliche Grund ist, dass ich schon um 13 Uhr zu The Knights aufbrechen musste. Das sind keine Ritter, sondern das ist ein Kammerorchester, das heute mit der Flötistin Alex Sopp eine Sonntagsnachmittagvorstellung in der Townhall gegeben hat, an der 43. Straße, gleich beim Bryant Park um die Ecke. Hat Spaß gemacht. Gespielt wurde Mozart und die Uraufführung eines Flötenkonzerts der Grammy-nominierten Komponistin Allison Loggins-Hull: Rhapsody on a Theme by Joni. Ich hatte meinen Nachbarn eingeladen und ein weiterer Columbia-Gastwissenschaftler aus Berlin war auch dabei. Mozarts Sinfonia Concertante war super. Die Rhapsodie für Flöte und Orchester – laut Handzettel eine Verbeugung vor Joni Mitchell und George Gershwin – erinnerte in manchen Passagen an den amerikanischen Komponisten Aaron Copland. Das klang recht schön, aber für meinen Geschmack nicht sonderlich spannend. Der an Adornos Ästhetik geschulte Berliner Kollege aus der Philosophie bemerkte nicht ganz zu Unrecht, dass in dem Stück der Sound der umliegenden Musicaltheater anklinge, nur ohne Gesang und Tanzeinlagen. Dass das Stück keinen Eindruck auf uns gemacht hat, lag vielleicht auch an der dürftigen Akustik hinten unter der Empore des in die Jahre gekommenen Theatersaals. Im Anschluss haben wir uns noch einige Blöcke in Richtung Central Park durch die Menschenmassen gequetscht und ich konnte am Rockefeller Center ein Foto mit beleuchtetem Baum machen. Ich bin im Nachhinein recht froh, dass ich am 4. Dezember – da war das Christmas Tree Lighting – nicht in der Gegend war. Die Absperrgitter standen noch überall an den Straßen.

Die letzte Aufgabe (gestrige kann ich ja leider nicht mehr sagen) war schwer, zugegeben, weil die Riesenkugeln nicht das ganze Jahr dort liegen. Ich schätze, dass einige Leserinnen oder Leser an der Stelle schon einmal vorbeigekommen sind. Das obige Foto zeigt eine etwas andere Perspektive, aus der leichter zu erkennen ist, wo sich der Christbaumschmuck befindet. Am Rockefeller-Baum hängt bereits genug.
Ich werde heute keine weiteren Geschichten mehr erzählen, sondern mich kurz fassen und will nur erwähnen, dass das Rätselbild dieser Ausgabe, das nun folgt, bereits gestern auf einem Spaziergang entstanden ist. Wer kennt den Ort?

Ich schaue neuerdings übrigens täglich nach, ob jemand einen Kommentar geschrieben hat, der freigegeben werden muss. Der fünfte Dezember ist immer noch offen. Nun bereite ich am besten schon mal den Eintrag für den 9. Dezember vor, der bei Euch bereits erreicht ist, wenn Ihr dies lest. Ach nein, ich muss ja noch das Gutachten schreiben. Ganz schön stressig, dieses Bloggen.
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