
Dieses Foto ist keine neue Rätselaufgabe, sondern ein noch leeres Gepäckband am Frankfurter Flughafen. Ich hatte für heute Auflösungen versprochen. Die folgende Nachricht zum 15. Dezember kam noch am gleichen Tag, kurz vor Abflug. „Ich bin mir ziemlich sicher, da warst du im Metropolitan Museum an der 5th Avenue… wir haben dort Jackson Pollock bestaunt.“ Genau, dort wird die Figurensammlung, so erzählte die Dame, die ich ansprach, weil sie einen großen Ask your guide-Button trug, unter Aufsicht der Tochter und Enkeltochter der Spenderin jedes Jahr nach Thanksgiving liebevoll aufgestellt. Jackson Pollock habe ich nicht gesehen. Ehrlich gesagt hatte ich mich beim ersten der beiden Besuche nach knapp 15 Minuten komplett verlaufen in dem riesigen Komplex. Ich hatte es versäumt, mir an der Information eine map mitzunehmen, und irrte wie ein orientierungsloser Zeitreisender zwischen Mittelalter und früher Neuzeit herum, landete überraschend im Afrofuturismus, bog falsch ab und war wieder im Siena des 17. Jahrhunderts, kam zweimal an dem Weihnachtsbaum mit den Figuren vorbei, hörte ein Orgelkonzert zwischen Ritterrüstungen und endete im American Wing.

Beim zweiten Besuch erklärte ich dieses ziellose Vagabundieren zum Prinzip. Als ich glaubte, ausreichend altägyptische Grabbeigaben, Sarkophage und Hieroglypheninschriften gesehen zu haben, wechselte ich in den zweiten Stock zur japanischen Kalligrafie, folgte dort spontan dem Hinweis zur dekorativen chinesischen Kunst, landete stattdessen aber wieder in einer ägyptischen Tempelanlage und fand mich dahinter plötzlich im American Wing wieder, den ich schon kannte. An dem grimmig dreinblickenden Falken bin ich bestimmt viermal vorbeigekommen. Die Suche nach dem Ausgang war schwierig, weil viele Exit-Schilder in Sackgassen führten, denn einige Abteilungen waren zeitweise gesperrt und man kam nicht weiter. Dadurch habe ich noch eine Stunde länger als geplant im MET verbracht und noch eine beeindruckend große Sammlung Kristallglas entdeckt. Ich kann dieses flanierende Sich-treiben-lassen als Form des Museumsbesuchs empfehlen. Vielleicht sogar didaktisch als Curriculum. Möglicherweise habt ihr das nie anders gemacht. Für mich Systematiker war das neu. Nur schade, dass es mich nicht an den musical instruments vorbei getrieben hat. Die hätte ich gerne gesehen. Nach der abenteuerlichen Reise konnte ich die Geborgenheit des Museumsshops genießen, wo die wichtigsten Kunststücke in Kopie noch einmal übersichtlich zum Verkauf aufgereiht in Regalen standen.

Die offenen Rätsel sind gelöst. Die folgende Nachricht erhielt ich noch gestern an Gate 7. Es ist nur ein Auszug. Alle Aufgaben ab dem 2. Dezember wurden bearbeitet. Sie ist gleichzeitig eine Anleitung zum Vorgehen beim Lösen von schwierigen New York-Adventsrätseln. Zum neunten Dezember heißt es: „Für das Shopping Center war eine Maps Suche nötig. Zuerst Brewster dann von da aus westwärts scrollen bis über den Hudson. Dann noch ein Stück und ´in diesem Bereich suchen´clicken. Dabei kommt raus: das Woodbury Center in der Nähe von Woodbury, NY.“ Das stimmt. Woodbury Common ist ein Premium Outlet, behauptet die Website. Auch der zehnte Dezember wurde geklärt. Hier zeigt sich, dass New York-Kenner im Vorteil sind: „Das nächste ist dann wohl der Columbus Circle Holiday market. Nicht zuletzt an den schlanken Hochhäusern, die typisch für den südlichen Central Park sind und an der Kolumbus Statue im Bild zu erkennen“. An der Aufgabe zum elften Dezember wird Kritik geübt, die ich akzeptiere: „Dass das folgende Bild kurz zuvor aufgenommen wurde, ist etwas irreführend. Schließlich sind es vom Columbus Circle zum Bethesda Fountain doch mindestens 20 Minuten Fußweg. Mit einer solchen Kutsche geht es dann wohl schneller, denke ich.“ Zugegeben, ich habe sogar mehr als 20 Minuten gebraucht, weil ich zwischendurch noch beimn Carousel Fotos gemacht habe. Auf eine Kutschfahrt habe ich verzichtet. Vielleicht beim nächstes New York-Aufenthalt.
Für alle, die bislang noch nicht gepunktet haben, gibt es heute eine letzte Bonusaufgabe. Ich denke, man muss kein/e New York-Kenner/in sein. Wo habe ich vorgestern die Aufnahmen für diese Collage gemacht? Ist jetzt nicht mehr nur 20 Minuten Metro-Fahrt entfernt, sondern weit weg.

Happy Holidays!
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